Bereits zum dritten mal fand Ende Juli 2007 das “Wings over Marl” statt. Der Wettbewerb mit den leicht verständlichen Regeln (wer erreicht die längste Freifallzeit zwischen 3000 und 2000 m?) lockte diesmal mit Geld- und Sachpreisen im Gesamtwert von 6500 Euro.
Hervorzuheben ist auch die tolle Stimmung, die unter den Teilnehmern herrschte. Der Wettbewerb sollte eine Veranstaltung für die Teilnehmer werden. Was leider nicht überall selbverständlich ist, gelang hier voll und ganz. Wir fühlten uns so wohl, dass nichtmal ein verpatzter Sprung allzu lange für schlechte Laune sorgen konnte.

Diesmal machte eine separate Damenwertung wegen der niedrigen Frauenquote wenig Sinn, sodass Dani und ich beschlossen, es in der offenen Klasse mit den Männern aufzunehmen. Aufs Treppchen schaffte es zwar keine von uns, aber mit dem 5. und 6. Platz sind wir troztdem sehr zufrieden.

Gesamtsieger mit insgesamt 152,5s wurde Sven Knoch, der auch in seinem ersten Sprung die insgesamt beste Zeit des Wettbewerbs flog (54,8s). Bemerkenswert ist seine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, als er noch einen Platz im Mittelfeld belegte. Eine tolle Leistung!
Zweiter wurde Lutz Lüdtke mit einer Gesamtflugzeit von 145,7s, gefolgt von Christian Stadler, der sich beim letzten Wertungssprung zwischen einer unperfomanten 180°-Kurve oder einer Außenlandung entscheiden musste. Er entschied sich für die sichere Landung am Platz und verlor dadurch ganze 10 Sekunden im Vergleich zu seiner Durchschnittszeit.

Neu dieses Jahr war der “Index Run”: vor dem letzten Durchgang gab jeder Teilnehmer eine Schätzung für seine erwartete Freifallzeit im Messfenster beim nächsten Sprung ab. Wer mit seiner Schätzung am genauesten lag, konnte einen der zahlreichen Sachpreise gewinnen. So hatten auch unerfahrene Piloten die Chance, einen hochwertigen Preis zu ergattern.
Platz 1 im Index Run, eine nagelneue Blade von BirdMan, ging an Tobias Koch, der mit seiner Schätzung (38,3) nur 0,5 Sekunden neben seiner Wettkampfzeit (37,8) lag.
Es folgten Sandro Böhme, der ab jetzt mit einem megacoolen Lunatic-Carbon-Helm fliegen darf, und Helmut Tacke, der jetzt einen Airrex-Chronograph im Wert von 900 Euro sein Eigen nennt.
Platz 4 teilen sich Sascha Tillenburg und Lutz Lüdtke. Hier musste das Los entscheiden, das Garmin GPS ging an Lutz, für Sascha gab’s Freisprungtickets.
Bei mir selbst hat es immerhin für Platz 5 und damit die Paralog-Software gereicht, gefolgt von Marco Strobelt, der die Polar Herzfrequenzuhr gewann.

Gefeiert wurde anschließend mit zwei genialen Skyjester-Torten. Wenn das mal kein Anschlag auf unseren Wingload war ;-) . Auch die Möglichkeit, etwas “Großes” mit (fast) allen Teilnehmern zu fliegen, ließen wir uns nicht nehmen. Vorbei an genialen Wolkentürmen ging es zurück zu der Stadt, die von oben so ähnlich wie Marl aussah …

Die kurzfristige Terminänderung machte leider vor allem den internationalen Springern Schwierigkeiten. Trotzdem war das Teilnehmerfeld ähnlich zahlreich wie im letzten Jahr, und es entstand ein spannender Wettkampf, der viel Spaß machte.

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Was war los beim AN-72 Boogie in Cochstedt?

Als wir Dienstag abend ankamen, sahen wir viele bekannte Gesichter, und auch einige neue, z.B. eine große Gruppe Südafrikaner und ein komplettes Team aus Lettland.

Die Wettervorhersage ließ das Schlimmste befürchten. Während unserer Anreise durch halb Deutschland sahen wir so gut wie nie die Sonne, und so waren wir positiv überrascht zu erfahren, dass bereits 3 Loads am Dienstag möglich waren.

Die Organisatoren hatten die Wettersituation super im Blick. Zwischen Wolken, Regen und vieeel Wind fanden wir immer mal wieder ein Loch zum durchfliegen. Als LOs standen wie im letzten Jahr Rolf, Scott und James zur Verfügung, die Flocks verschiedener Größenordnung brieften. Die Sprünge machten naturgemäß alle viel Spaß. Wann hat man sonst schon mal die Gelegenheit, in einem 40er Flock mitzufliegen?
Mehr als im letzten Jahr viel aber die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Teilnehmer auf. Während Profis wie das BirdMan-Topgun-Team eine präzise Basis flogen, streute sich das Feld dahinter oft über große Distanzen.

Am Freitag dann die schlechte Nachricht: Die AN-72 stand mit technischem Defekt am Boden. In kürzester Zeit wurde für Plan B gesorgt, und es standen eine AN-2 und zwei Pink Skyvans am Platz. So war die Trauer um den großen Jet schnell vergessen und wir mussten feststellen, dass die Skyvans mit der etwas “normaleren” Absetzgeschwindigkeit wesentlich einfacher für die Bigways sind.

Es folgten einige Sprünge mit steigender Qualität. Höhepunkte waren ein “Girls only” Flock, bei dem wir leider knapp den bestehenden Rekord verpassten, ein 50er aus 2 Maschinen und ein Highspeed-Exit beim allerletzten Sprung am Sonntag.

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Am 5.und 6. August 2006 trafen sich 17 Wingsuitpiloten in Marl, um beim “SKYJESTER’s Wings over Marl” um insgesamt 3000 Euro Preisgeld zu kämpfen.

Es ging darum, in drei Durchgängen die längste Freifallzeit zwischen 3000m und 2000m zu erreichen (Exithöhe war 3500m oder mehr).

Gemessen wurde das ganze mit Neptunes, die jede Runde neu per Losverfahren auf die Springer verteilt wurden, um keine Nachteile durch Messfehler entstehen zu lassen. Gewertet wurde in einer offenen und einer Frauenklasse, wobei sich dieses Jahr noch keine weibliche Springerin in die offene Klasse traute (nächstes Jahr mach ich es euch nicht mehr so einfach ;-) ).

Der Wettkampf gestaltete sich bis zuletzt spannend. Das suboptimale Wetter verhinderte jeden Trainingssprung, und die Aussicht auf das Preisgeld brachte einiges an Nervosität, die die Sprünge auch nicht einfacher machte.

James Boole und Rod “Rocket” Millner lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das schließlich James mit hauchdünnem Vorsprung gewann. Tobi Scherrinsky wurde dritter. Während bei den Frauen meine Wenigkeit mal einen guten Tag hatte und auf dem ersten Platz landete, blieb es bei den Plätzen zwei bis vier auch spannend bis zum Schluß. Am Ende plazierte sich Sarah Hajooze auf dem zweiten Rang vor Daniela Busatta auf dem dritten.

Vielen Dank an Kaba, Guido, Christian, Daniela und alle Anderen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben!

 

Frauen Kombi Runde 1 Runde 2 Runde 3 TOTAL Platz Ø km/h min km/h
Susanne Schneider Classic 46,6 44,8 40,6 132,0 1 81,8 77,3
Sarah Hajooze Firebird 37,2 42,0 42,9 122,1 2 88,5 83,9
Daniela Busatta S6 38,5 37,0 42,0 117,5 3 91,9 85,7
Teresa Sprissler GTi 37,8 38,2 36,7 112,7 4 95,8 94,2
Regina Houben GTi 33,2 32,7 30,1 96,0 5 112,5 108,4
Vivian Wiers Classic 29,0 31,5 26,7 87,2 6 123,9 114,3
OPEN Kombi Runde 1 Runde 2 Runde 3 TOTAL Platz Ø km/h min km/h
James Boole Phantom 57,0 56,6 56,9 170,5 1 63,3 63,2
Rod Millner GS1 58,7 52,8 56,5 168,0 2 64,3 61,3
Tobi Scherrinsky S1 / GS1 49,2 50,7 55,0 154,9 3 69,7 65,5
Martin Mall S3S 45,8 45,7 50,9 142,4 4 75,8 70,7
Sandro Böhme V1 39,2 47,5 50,0 136,7 5 79,0 72,0
Sven Knoch GTi 32,5 40,7 41,9 115,1 6 93,8 85,9
Hugo Pretorius GS1 34,1 36,1 42,2 112,4 7 96,1 85,3
Christian Stadler S6 / S1 36,3 28,8 45,8 110,9 8 97,4 78,6
Guido Bleckmann GTi 35,7 38,6 28,1 102,4 9 105,5 93,3
Robert Pischel S3 28,1 30,4 30,5 89,0 10 121,3 118,0
Bernd Lahme Firebird 26,5 25,6 34,4 86,5 11 124,9 104,7

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Das schlechte Wetter muss Schuld sein, dass mir mal irgendwann die Idee kam, Wingsuitfliegen mit einem Tandem zu kombinieren. Die Suche nach einem willigen Tandemmaster war dann aber doch nicht so einfach. Viele waren von der Idee durchaus begeistert, aber tatsächlich tun wollte es lange Zeit doch keiner.
Dann kam Cochstedt, wo sehr viele Wingsuit-Piloten und gleichzeitig (wegen dem Tandem-Rekordversuch) fast ebenso viele Tandemmaster vor Ort waren.

Gesucht und gefunden habe ich Jens S. als vertrauensvollen Mitflieger. Den ersten Versuch starteten wir mit nur einer Wingsuit für den Pax (also mich). Wegen der Sorge um die mangelhafte Aerodynamik bei einem 50kg-ClassicII-Wingsuitflieger mit 100+ Kilo Gewicht von Tandemmaster und -Rig auf dem Rücken musste noch schnell eine S3 ausgeliehen werden. Die Gesichter der anderen Springer auf dem Weg zum Flieger waren allein schon den Sprung wert. Wenn in Cochstedt ein UFO gelandet wäre, hätten sie wahrscheinlich weniger überrascht geguckt.

Noch ein bisschen Steigflug, gefolgt von einem Bilderbuchexit aus der riesigen Heckrampe der AN-72. Der Flug war gar nicht so schlecht, natürlich mit der Masse der beiden Springer schneller als gewohnt, vielleicht eine gute Basis für einen “normalen” Trackdive. Jens konnte mir helfen, die Armflügel gegen den Wind zu drücken, das kann sonst bei der Geschwindigkeit ganz schön anstrengend werden. Zwischendurch hatten wir nur eine kleine Meinungsverschiedenheit, ob es nun nach rechts oder links gehen soll. Wer hier jetzt wirklich der Passagier war, bleibt wohl ungeklärt. In 2200 Meter war dann langsam der Spass vorbei. Mit Drogue fliegt es sich wirklich nicht mehr gut. Für die Öffnung die Flügel klein zu kriegen war bei dem Gegenwind aus der falschen Richtung fast ein Ding der Unmöglichkeit. Der Rest des Sprungs war reichlich unspektakulär, sanfte Öffnung, 1500m Geradeausfliegen um gerade noch am Ende des Platzes zu landen.

Ermutigt vom problemlosen Überleben dieses ersten Sprungs (oder viel Bier?) bekam das Tandem am nächsten Morgen Verstärkung von einer zweiten Wingsuit für den Tandemmaster. Ist auch schön geflogen, aber schon fast etwas zu gut für die Freeflyer, die uns filmen wollten.

Die beiden Sprünge waren auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, vielen Dank an Jens, Scott und alle Anderen, die das möglich gemacht haben.

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Die ersten Tage sind dem Fliegen von immer größer werdenden Flocks gewidmet. Springerlegende Loïc Jean-Albert leistet hier grandiose Arbeit als Loadorganiser. Dank seiner Briefings und Tipps verbessert sich jeder einzelne Teilnehmer in kurzer Zeit spürbar. Am ersten Tag beginnen wir mit einer einfachen, noch sehr wackeligen Linie aus ca. 10 Springern, am Abend des nächsten Tages haben wir bereits erfolgreich Diamanten, teilweise 3-D, aus mehr als 20 Springern geflogen. Als die Formationen zu groß für eine der Let 410 werden, fliegen wir den einen oder anderen Load mit zwei Lets und bis zu 35 Springern. Kaum jemand ist vorher schon so große Wingsuit Formationen geflogen. Deshalb hört man unter den geöffneten Kappen, wie sich die Atmosphäre der Begeisterung durch Jubelschreie entlädt. Trotz der ungewohnt großen Gruppen laufen alle Sprünge sehr sicher ab. Der Extra-Stoff der Wingsuit-Flügel hilft natürlich gewaltig beim Separieren, und so sind die Schirmöffnungen oft über den gesamten Sprungplatz verteilt.

Für Freitag und Samstag ist der Wettkampf in verschiedenen Disziplinen geplant. Es geht um Edelmetall für die längste zurückgelegte Strecke, die längste Freifallzeit und einen „Freestyle“-Wettbewerb. Jetzt kommt auch endlich die MI-8 zum Einsatz. Der große Helikopter ist eine willkommene Alternative zu den beiden Lets, die von ihren Turbinen nicht nur angetrieben, sondern auch auf Saunaatmosphäre aufgeheizt werden.
Das anfänglich perfekte Sommerwetter wird von Tag zu Tag immer gewittriger. Lange Wetterholds, Rejumps wegen technischer Schwierigkeiten mit dem GPS, das die zurückgelegte Strecke messen soll, und das ausschließlich russisch sprechende Manifest zerren an den Nerven. Der Wettkampf zieht sich in die Länge, aber schließlich sind am Samstag Abend doch noch alle Durchgänge geschafft. Am Ende geht Gold in allen Disziplinen an Loïc aus Frankreich, Sandro Böhme holt 2x Bronze für Deutschland (weiteste Strecke und längste Zeit in der Kategorie der Leichtgewichtigen).
Fazit: eine überaus gelungene Veranstaltung, die nach Wiederholung verlangt. Wingsuitpiloten brauchen sich nicht länger in der Exoten-Ecke der Springerei zu verstecken. Dieses Event hat nicht nur ungeheuer viel Spaß gemacht, sondern auch ein gewaltiges Potenzial gezeigt. In naher Zukunft werden wir sicherlich mit noch wesentlich größeren Flocks den Himmel verdunkeln! weiterlesen →

Nach unzähligen emails, Telefongesprächen und vielen Absagen ging dann doch alles ganz plötzlich: 2 freie Plätze im Ballon noch heute abend. Gerade noch genug Zeit um bequem zu packen, dann geht’s auch schon los. Dort angekommen, treffen wir einen gut gelaunten Ballonfahrer und eine ganze Meute interessierte Passagiere und Zuschauer.

Während der Ballon sich langsam mit heißer Luft füllt, mache ich bestimmt zwanzig Scheingriffe. Nervös? Naja, wahrscheinlich schon. Das wird mein zweiter Ballonsprung und mein erster mit Wingsuit. Meine Taktik für den Exit ist “einfach nach Gefühl probieren und mal sehen, was dabei rauskommt”. Viel Zeit zum Nachdenken war wegen der spontanen Aktion sowieso nicht. Also rein in den Korb und los geht’s. Die Absetzhöhe ist beachtlich schnell erreicht, ich bin der erste Springer. Das Hochklettern auf den Rand ist mit den ganzen Flügeln gar nicht so einfach, aber nach ein paar Verrenkungen stehe ich schließlich doch auf dem Rand. Ein Moment der Konzentrazion, Beine zusammen, Arme raus, Horizont anschauen, ein “Bis gleich” an die Passagiere und los.

Der Exit ist einfacher als gedacht, ich komme ganz gut weg und habe ab der ersten Sekunde ein gutes Gefühl dabei. Das Rauschen wird lauter, ich fange an zu fliegen und merke auch gleich, was ich vergessen habe: Die Brille befindet sich immer noch oben auf meinem Helm… Ist nicht so sehr tragisch, fliege langsam genug und kann noch gut sehen. Mache eine Kurve, um nicht allzuweit von der Landezone weg zu fliegen. Die Öffnung ist wunderbar im Heading. Wow, das war klasse. Nach einer halben Ewigkeit Schirmfahrt (ich nehme mir dabei vor, nie wieder so hoch zu ziehen…) lande ich problemlos auf dem geplanten Feld.

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