Ist es denn wirklich so schwierig, mit ein bisschen mehr Stoff bekleidet ordentlich aus einem Flugzeug zu springen?

Die gute Nachricht: nein, es ist nicht wirklich schwieriger. Allerdings verstärkt eine größere Angriffsfläche dramatisch die Folgen eines suboptimalen Exits. Deswegen ist es umso wichtiger, einen lehrbuchmäßigen, stabilen Exit zu beherrschen. Gerade habe ich ne Weile über die richtige physikalische Formulierung nachgedacht: die Querachse des Körpers muss senkrecht zur Richtung des relativen Windes bleiben. Alles klar?

Nehmen wir der Einfachheit halber mal an, du schaust beim Exit in Flugrichtung und willst auch genau in diese Richtung starten. Wenn du nicht gerade das seltene Glück einer Heckrampe hast, gibt es beim Rausspringen immer einen Zeitpunkt, zu dem sich eine Körperhälfte bereits im Wind befindet, während es sich die andere noch im Flieger gemütlich machen kann. Wenn du nichts dagegen tust, wird dabei die im Wind befindliche Körperseite nach hinten gedrückt. Je mehr Luftwiderstand deine Suit bietet und je schneller das Absetzflugzeug unterwegs ist, desto kräftiger musst du bewusst deine Schulter nach vorne gegen den Wind drücken. Noch mehr Mitdenken ist gefragt, wenn du Teil einer Gruppe bist und du jemandem hinterherspringst. Die Blickrichtung (und ständiger Blickkontakt ist zweifellos wichtig) ist jetzt genau entgegengesetzt zu der Bewegung, die der Rest des Körpers machen soll. Es ist also eine eher unnatürliche Bewegung, die du bewusst am Boden üben solltest, um sie zu konditionieren.