Was für ein gigantisches Projekt: beim höchsten Fallschirmsprung aller Zeiten durchbricht Felix Baumgartner die Schallmauer. Ok, leicht off-topic, er hatte dabei keine Wingsuit an. Trotzdem möchte ich dieses Ereignis nicht unerwähnt lassen, hat es uns doch mal wieder die Begeisterung für die Grenzbereiche unseres Sports spüren lassen. Hier könnt ihr nochmal alles genau nachlesen.

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Das schlechte Wetter muss Schuld sein, dass mir mal irgendwann die Idee kam, Wingsuitfliegen mit einem Tandem zu kombinieren. Die Suche nach einem willigen Tandemmaster war dann aber doch nicht so einfach. Viele waren von der Idee durchaus begeistert, aber tatsächlich tun wollte es lange Zeit doch keiner.
Dann kam Cochstedt, wo sehr viele Wingsuit-Piloten und gleichzeitig (wegen dem Tandem-Rekordversuch) fast ebenso viele Tandemmaster vor Ort waren.

Gesucht und gefunden habe ich Jens S. als vertrauensvollen Mitflieger. Den ersten Versuch starteten wir mit nur einer Wingsuit für den Pax (also mich). Wegen der Sorge um die mangelhafte Aerodynamik bei einem 50kg-ClassicII-Wingsuitflieger mit 100+ Kilo Gewicht von Tandemmaster und -Rig auf dem Rücken musste noch schnell eine S3 ausgeliehen werden. Die Gesichter der anderen Springer auf dem Weg zum Flieger waren allein schon den Sprung wert. Wenn in Cochstedt ein UFO gelandet wäre, hätten sie wahrscheinlich weniger überrascht geguckt.

Noch ein bisschen Steigflug, gefolgt von einem Bilderbuchexit aus der riesigen Heckrampe der AN-72. Der Flug war gar nicht so schlecht, natürlich mit der Masse der beiden Springer schneller als gewohnt, vielleicht eine gute Basis für einen “normalen” Trackdive. Jens konnte mir helfen, die Armflügel gegen den Wind zu drücken, das kann sonst bei der Geschwindigkeit ganz schön anstrengend werden. Zwischendurch hatten wir nur eine kleine Meinungsverschiedenheit, ob es nun nach rechts oder links gehen soll. Wer hier jetzt wirklich der Passagier war, bleibt wohl ungeklärt. In 2200 Meter war dann langsam der Spass vorbei. Mit Drogue fliegt es sich wirklich nicht mehr gut. Für die Öffnung die Flügel klein zu kriegen war bei dem Gegenwind aus der falschen Richtung fast ein Ding der Unmöglichkeit. Der Rest des Sprungs war reichlich unspektakulär, sanfte Öffnung, 1500m Geradeausfliegen um gerade noch am Ende des Platzes zu landen.

Ermutigt vom problemlosen Überleben dieses ersten Sprungs (oder viel Bier?) bekam das Tandem am nächsten Morgen Verstärkung von einer zweiten Wingsuit für den Tandemmaster. Ist auch schön geflogen, aber schon fast etwas zu gut für die Freeflyer, die uns filmen wollten.

Die beiden Sprünge waren auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, vielen Dank an Jens, Scott und alle Anderen, die das möglich gemacht haben.

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